Initiative: In meiner Haut
Von Dermatogen, Patientenorganisationen und Wissenschaftlern im Jahr 2020 gegründet.
WHA-Resolution 2014
WHA-Resolution 2025
In meiner Haut
Forschungsprojekte, Interventionen und Serviceangebote
Im Rahmen der Initiative sind eine Vielzahl wertvoller Forschungsprojekte, Interventionen und Serviceangebote für Versorgende und Patienten entstanden.
Bei Interesse finden Sie diese hier.
ECHT (Entstigmatisierung von Menschen mit chronischen Hauterkrankungen)
ECHT (Entstigmatisierung von Menschen mit chronischen Hauterkrankungen)
Es handelt sich um ein vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG; Förderkennzeichen: ZMVI1-2517FSB809; Projektleitung: Prof. Dr. Matthias Augustin) gefördertes Forschungsvorhaben mit Laufzeit 2018–2020, das darauf abzielte, Interventionsformate zu entwickeln und zu erproben, mit denen die gesellschaftliche Stigmatisierung von Menschen mit sichtbaren Hauterkrankungen verringert werden kann.
Was wurde gemacht?
- Das Projektteam erarbeitete auf Basis wissenschaftlicher Literatur und systematischer Analyse geeignete Ansätze gegen Stigmatisierung.
- Es wurden konkrete Aktionen umgesetzt — etwa ein Seminar für Medizinstudierende und Unterrichtseinheiten für angehende Pädagog:innen, um deren Einstellung gegenüber Menschen mit Hautkrankheiten zu sensibilisieren.
- Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen wurde in kontrollierten Studien evaluiert: Dabei zeigte sich, dass bei Teilnehmenden die Zustimmung zu negativen Stereotypen sank und soziale Distanzbereitschaft abnahm.
Ziel und Bedeutung
- Ziel war und ist, Vorurteile, Ausgrenzung und Diskriminierung sichtbar erkrankter Personen durch Wissen, Bewusstseinsbildung und Begegnung abzubauen — also gesellschaftliche und strukturelle Barrieren zu verringern.
- Das Projekt soll nachhaltige, evidenzbasierte Konzepte liefern, die sich langfristig in Ausbildung, Medizin, Pädagogik und Öffentlichkeit verankern lassen.
Weitere Informationen finden Sie unter: Entstigmatisierung von Menschen mit sichtbaren chronischen Hauterkrankungen (ECHT und ECHT-EVAL)
Social Mission: Entstigmatisierung von Menschen mit chronischen Hauterkrankungen
Social Mission (BEGINN 2021-2024)
Was ist das BEGINN-Projekt?
- Das BEGINN-Projekt („Beruf und Gesundheit in körpernahen Dienstleistungen“) ist eine Studie, die vom Deutscher Psoriasis Bund e.V. (DPB) und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) unter Leitung von Prof. Dr. Matthias Augustin und PD Dr. Rachel Sommer durchgeführt und von Eucerin im Rahmen der Social Mission finanziell unterstützt wurde.
- Es knüpft an ein früheres Forschungsvorhaben — das ECHT-Projekt — an und erweitert den Fokus: von allgemeinem Bewusstseinsaufbau hin zu gezielter Schulung von Berufsgruppen, die im Alltag Hautpatient*innen begegnen.
- Ziel ist es, Fachkräfte aus körpernahen Berufen — also insbesondere Friseur:innen, Kosmetiker:innen, Pflegekräfte und Physiotherapeut:innen — für das Thema Psoriasis und sichtbare Hautkrankheiten zu sensibilisieren.
Worum es geht: Sensibilisierung & Antistigmatisierung
- Viele Menschen mit Psoriasis erfahren Stigmatisierung und soziale Ausgrenzung, insbesondere in Situationen, in denen sie körpernah betreut oder behandelt werden.
- Das Seminar im Rahmen von BEGINN vermittelt Wissen über Hautkrankheiten und reflektiert Vorurteile und Stigmatisierungsmechanismen. Anschließend berichten Betroffene von ihren Erfahrungen — das schafft Begegnung, Verständnis und Empathie.
- Der Ansatz zielt darauf, sowohl Wissen zu verbreiten als auch Haltungen zu verändern — also nicht nur medizinische Fakten, sondern auch soziale und psychologische Aspekte einbeziehen.
Social Mission (Entwicklung und wissenschaftliche Untersuchung eines Beratungsprogramms zum Abbau von Fremd- und Selbststigmatisierung im Kontext von Hautkrebs)
Social Mission (Entwicklung und wissenschaftliche Untersuchung eines Beratungsprogramms
zum Abbau von Fremd- und Selbststigmatisierung im Kontext von Hautkrebs)
Hautkrebs ist die häufigste Krebsart in Deutschland und Europa, und seine Häufigkeit hat in den letzten Jahrzehnten aufgrund von Faktoren wie der alternden Bevölkerung und der erhöhten UV-Belastung stetig zugenommen. Zahlreiche Forschungsarbeiten zeigen ein breites Spektrum an psychosozialen Begleiterkrankungen im Zusammenhang mit Hautkrebs.
Ziel dieses Projekts unter Leitung von Prof. Dr. Matthias Augustin und PD Dr. Rachel Sommer ist es,
- ein Aufklärungsprogramm für die deutsche Allgemeinbevölkerung zur Prävention von Hautkrebs und
- ein Coaching-Programm für Hautkrebspatienten zu entwickeln, um Selbststigmatisierung zu reduzieren und die psychische Gesundheit zu verbessern.
Beide einstündigen Programme werden am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) angeboten und ihre Wirksamkeit wird in einer randomisierten kontrollierten Studie mit drei Messzeitpunkten (Ausgangswert, Nachuntersuchung, 4-Monats-Follow-up) evaluiert.
HautKompass®: Psycholoisches Online Programm für Menschen mit Hauterkrankungen)
HautKompass®
Menschen mit chronischen Hauterkrankungen erfahren oftmals gesellschaftliche Stigmatisierung. Ein besonderes Problem ergibt sich aus der Selbststigmatisierung von Betroffenen, also einer Internalisierung dieser Vorurteile und Abwertung der eigenen Person, mit weitreichenden Folgen für die psychische Gesundheit und Lebensqualität.
Die Leitidee des BMBF geförderten Projekts (Förderkennzeichen: 01GY2105) unter der Leitung von PD Dr. Rachel Sommer ist die Verbesserung der psychosozialen Gesundheitsversorgung von Menschen mit chronischen Hauterkrankungen mittels des evidenzbasierten, niedrigschwelligen Online-Programms HautKompass®.
Ziel ist es, der Selbststigmatisierung von Betroffenen entgegenzuwirken sowie die Lebensqualität und die eigene Akzeptanz zu fördern.
HautKompass® trägt somit dazu bei, diese substanzielle Versorgungslücke in der Dermatologie zu schließen.
DermaValue: Serviceleistung für Versorgende und Patienten
DermaValue
DermaValue bietet ÄrztInnen und PatientInnen einen schnellen und personalisierten Zugang zu elektronischen Outcome-Tools bei Hautkrankheiten. Die Tools werden webbasiert und über eine plattformübergreifende App bereitgestellt.
Durch die Nutzung unserer Plattform können individuelle patientenbezogene medizinische Daten gespeichert und jederzeit verwaltet werden.
PatientInnen und ÄrztInnen können Instrumente individuell auswählen, die jeweiligen Erhebungsbögen ausfüllen, die Ergebnisse speichern, die Behandlung verfolgen und die Ergebnisse überwachen. Die Ergebnisse ermöglichen es PatientInnen und den behandelnden ÄrztInnen, einen genaueren Überblick über den Krankheitszustand und dessen Entwicklung zu verschaffen. Es geht nicht darum, einen Arztbesuch zu ersetzen, sondern ihn zu ergänzen.
DermaValue wurde von DermatologInnen und WissenschaftlerInnen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, des Hautnetz Hamburg und des Deutschen Netzwerks für Psoriasis (PsoNet) unter der Leitung von Professor Matthias Augustin entwickelt. DermaValue wurde von nationalen und internationalen Gesellschaften für Dermatologie initiiert, um die klinische Praxis und die Patientenversorgung zu unterstützen.
DermaCare
DermaCare
Derma Care ist ein bundesweites, integriertes Versorgungsprogramm zur Verbesserung der frühzeitigen Behandlung schwerer chronisch-entzündlicher Hauterkrankungen wie atopischer Dermatitis und Psoriasis. Es adressiert zentrale Versorgungsbarrieren, darunter lange Wartezeiten, unzureichende Diagnostik, mangelnde Nachsorge und organisatorische Hürden. Vor allem greift es das Hauptproblem vieler schwer Hautkranker auf,die keine leitliniengerechteVersorgung in ihrer Region finden.
Das Programm umfasst drei Module:
- eine digitale bundesweite Patientensteuerung (DermaGate/DermaExpert),
- ein strukturiertes Onboarding- und Datenerhebungssystem (DocuDerm) sowie
- digitale Edukations- und psychosoziale Unterstützungsangebote (DermaSolutions). Diese Bausteine erleichtern eine frühzeitige leitliniengerechte Therapie, effiziente Praxisprozesse und eine aktive Einbindung der Patienten in den Behandlungsgang. Ergänzend erfolgt eine umfassende wissenschaftliche Evaluation, die Versorgungsqualität, Patientenergebnisse und gesundheitsökonomische Effekte misst.
Derma Care ist als lernendes, skalierbares System angelegt und kann auf weitere dermatologische Indikationen übertragen werden. Damit verbindet das Programm moderne Digitaltechnologie mit patientenzentrierter Versorgung und unterstützt diezukunftsorientierte Dermatologie in Deutschland.